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Innovatives People-Flow-Management

Die digitale Plattform für Smart-Nudging Methoden und Projekte

Das Problem

In Gesprächen mit Vertretern der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), dem Projektpartner von Smart Nudging, wurde das ineffiziente Ein- und Aussteigen der Fahrgäste als ein wesentlicher Faktor für verspätete Abfahrt von Bahnen herausgearbeitet. Andere Bahnbetriebe wie die London Underground sowie London Rail bestätigen diesen Zusammenhang ebenfalls.

Regeln und Verbote stoßen an Bahnhöfen immer wieder an die Grenzen ihrer Effektivität. Durch Erfahrungen mit der Nudging Methode in ähnlichen Problemstellungen, wurde dieser Ansatz zur Untersuchung gewählt.

Ein Nudge ist eine kleine Hilfe oder Intervention, die eine Architektur der Wahl kreiert und Personen ohne Zwang ermutigt, virtuoses Verhalten anzunehmen. (Thaler und Sustein, 2008)

Die Zielsetzung

Ziel des Forschungsprojektes Smart Nudging ist ein effektiver Lösungsansatz für ein schnelleres und vorhersehbares Ein- und Aussteigen der Fahrgäste im Stuttgarter ÖPNV, um somit die Aufenthaltszeit der Bahnen auf ein Optimum zu reduzieren.

Der Lösungsansatz soll eine Antwort auf die Frage:

„Beeinflussen auditive Nudges die wartenden Fahrgäste in einer Weise, die sie dazu bringt, sich auf dem Bahnsteig des Stuttgarter Schlossplatzes weiter nach hinten und damit weg von dem Treppenareal zu bewegen.“ bieten.

Der Ansatz

Das Smart Nudging Experiment in Kooperation mit der SBB AG beruht auf den folgenden Thesen:

1. Der Ein- und Aussteigeprozess an Bahnhaltestellen in Stuttgart, kann durch eine gleichmäßigere Verteilung der wartenden Fahrgäste am Bahngleis effizienter verteilt werden. 

Die Beobachtung der ungleichen Verteilung der Fahrgäste am Bahnsteig wird an der Haltestelle Schlossplatz in Stuttgart dadurch bestärkt, dass es nur auf einer Seite des Bahnsteiges eine Treppe zum bzw. Ausgang gibt.

 

2. Auditive Nudges können Menschen dazu bringen sich in eine bestimmte Richtung zu bewegen bzw. von einer Stelle, an der sie ohne auditiven Nudge stehen bleiben würden wegzubewegen.

Es gibt bereits wissenschaftliche Erkenntnisse darüber welche Töne oder Frequenzen allgemein als angenehm oder unangenehm wahrgenommen werden. Diese Erkenntnisse wurden für die Auswahl der auditiven Nudges auf den Versuch übertragen.

Um die Fahrgäste auf dem Bahnsteig des Stuttgarter Schlossplatzes weiter nach hinten und damit weg von dem Treppenareal zu bewegen wurde der Untersuchungsaufbau so konzipiert, dass im Eingangsbereich des Bahnsteiges mit stark erhöhtem und ungleichen Fahrgastaufkommen eine Sound-Quelle unangenehme, störende Geräusche abspielt. Im hinteren Bereich des Bahnsteiges werden weitere Sound-Installationen montiert, welche wissenschaftlich bewiesen eine beruhigende Frequenz aufweisen. Durch diesen auditiven Kontrast zielt die Untersuchung darauf ab, Fahrgäste in den hinteren Bereich zu bewegen.

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